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Meridiane - die Energiebahnen des Körpers

Das Qi durchfließt ständig alles Lebende, sammelt sich in den Organen und durchströmt ständig Energieleitbahnen in Form sogenannter Meridiane.

Als Hauptmeridiane werden zwölf mit Organen bzw. Hohlorganen verbundene Meridiane bezeichnet, die spiegelbildlich in beiden Hälften des Körpers verlaufen.

Rein anatomisch sind diese Energieleitbahnen nicht wie Blutgefäße oder Nervenstränge nachweisbar, wodurch das Verständnis in der westlichen Medizin lange Zeit erschwert wurde.

Vielmehr müssen die Meridiane ähnlich wie die Feldlinien beim Magnetfeld als funktionelle bioenergetische Bahnen angesehen werden, in denen Energie transportiert wird.

Von den zwölf Hauptmeridianen zweigen eine Reihe von sog. Sekundärmeridianen (Nebenbahnen) ab, die in verschiedene Kategorien eingeteilt werden (z. B. außerordentliche Meridiane, Sonder-Meridiane u. a.).

Die zwölf Hauptmeridiane stehen in Beziehung zu Organen und Hohlorganen.


Dabei muss allerdings beachtet werden, dass die Vorstellung der TCM von einem Organ sehr umfassend ist und in der Regel alle Funktionen, teilweise auch im weiteren Sinne mit einschließt. So gehören beispielsweise zur Lunge die komplette Atemfunktion und der Geruchssinn.

In der chinesischen Medizin werden insgesamt elf Organe bzw. Funktionskreise beschrieben, die in enger Wechselbeziehung mit den Meridianen stehen.

Die zwölf Hauptmeridiane tragen die Namen des jeweiligen Organs bzw. Funktionssystems, auf das sie sich beziehen. Sie werden entweder dem Yin oder dem Yang bzw. einem der fünf Elemente zugeordnet.

Als Organe gelten Leber, Herz, Milz/Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Lunge und Nieren, als Hohlorgane Gallenblase, Magen, Dickdarm, Dünndarm und Blase. Dies ergibt zunächst 10 Haupt-Meridiane.

Der sog. Dreifach-Erwärmer (3E) stellt kein eigenes Organ dar, sondern umfasst die Summe der Funktionen des Respirations (alle zuführenden Atemwege)-, Verdauungs- und Urogenital (Harnwege und Genitalapparat)-Traktes.

Der energetischen Schutzhülle des Herzens (Hülle des Herzens) ist ebenfalls ein Hauptmeridian zugeordnet (Meister des Herzens, MH), der speziell in der EAV auch als Kreislauf-Meridian bezeichnet wird.

Auch dem Kreislauf-Meridian ist ähnlich wie dem Dreifach-Erwärmer kein Organ im engeren Sinne zugeordnet, sondern er repräsentiert bestimmte Steuerfunktionen, u. a. beeinflusste er den Verengungs- bzw. Erschlaffungsgrad (Kontraktions-zustand) der Gefäßmuskeln mit Konsequenzen auf den arteriellen Blutdruck und kontrolliert die Herzfunktion.

Die zwölf Hauptmeridiane sind integraler Bestandteil des polaren Yin-Yang-Prinzips.

Organ-Meridiane werden dem Yin (Yin-Meridiane) zugeordnet und sind stets mit Blut gefüllt (Herz (H)-, Lungen (Lu)-, Leber (Le)-, Milz-Pankreas (MP)-, Nieren (N)- und Kreislauf- (Meister des Herzens = MH)-Meridian).

Yang-Meridiane sind die Meridiane der Hohlorgane bzw. der schlauchartigen Organe, die mit dem Außen in Verbindung stehen (Magen (Ma)-, Dünndarm (Dü)-, Dickdarm (Di)-, Gallenblasen (G)-, Blasen (B)- und Dreifacherwärmer (3E)-Meridian).

Zwischen den Meridianen existieren zahlreiche Wechselbeziehungen.

Das Qi zirkuliert zwar durch alle Meridiane, doch es befindet sich nicht immer gleich viel Energie in den einzelnen Meridianen, sondern die Zirkulation erfolgt in insgesamt drei Energie-Umläufen.

Dabei werden jeweils vier Hauptmeridiane quasi zusammengeschaltet: der erste Energieumlauf zirkuliert durch Herz-, Dünndarm-, Blasen- und Nieren-Meridian, der zweite Umlauf durch den Kreislauf-, Dreifacherwärmer-, Gallenblasen- und Leber-Meridian und der dritte Umlauf durch den Lungen-, Dickdarm-, Magen- und Milz-Pankreas-Meridian.

In diese Umläufe werden auch Sekundär-Meridiane mit einbezogen.

Die Energie-Umläufe sind die Grundlage für die Tagesrhythmik des Energieflusses in den Meridianen, die ihrerseits wichtige diagnostische Hinweise geben kann, z. B. wenn bestimmte Beschwerden zu charakteristischen Tageszeiten auftreten.

Jedem Hauptmeridian kann so eine Zeitspanne höchsten Energieflusses zugeordnet werden, die üblicherweise als Maximalzeit bezeichnet wird.

Sie liegt beispielsweise beim Herz-Meridian zwischen 12.00 und 14.00 Uhr, beim Gallenblasen-Meridian zwischen 24.00 und 02.00 Uhr und beim Magen-Meridian von 10.00 bis 12.00 Uhr.

Von enormer Wichtigkeit ist die Tatsache, dass jeweils zwei Hauptmeridiane und die mit ihnen verbundenen Organe, Hohlorgane oder Funktionssysteme in einer besonderen energetischen Wechselbeziehung stehen.

Sie heißen gekoppelte Meridiane.

Zusätzlich zu den erwähnten drei Energie-Umläufen können die gekoppelten Meridiane intern Energien austauschen und sich damit energetisch beeinflussen, was mit Hilfe besonderer Meridianpunkte (Durchgangspunkt bzw. Passagepunkt) geschieht.

Der meridian-interne Energiefluss in den einzelnen Meridianpaaren findet immer dann statt, wenn in einem der beiden Meridiane energetische Fülle (Energieüberschuss), im anderen dagegen energetische Leere (Energiemangel) vordergründig ist.

Folgende Meridianpaare sind gegeben: Herz – Dünn-darm, Blase - Niere, Kreislauf - Dreifacherwärmer, Gallenblase - Leber, Lunge - Dickdarm, Magen - Milz/ Pankreas.

Auch bei der Meridiankopplung ist das Yin-Yang-Prinzip allgegenwärtig.

Die Meridian-Kopplung hat erhebliche Bedeutung für die TCM - Diagnostik.

Die Interpretation anatomischer Gegebenheiten und physiologischer Abläufe sieht bei westlicher Betrachtungsweise keinen unmittelbaren bzw. mittelbaren funktionalen Zusammenhang zwischen Lunge und Dickdarm, weshalb bei Lungenproblemen auch jedwede Dickdarmdiagnostik unterbleibt.

Tatsächlich konnte jedoch die TCM Einflüsse von Dickdarmstörungen auf das Asthma-Geschehen in der Lunge belegen.

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