Verarbeitungszentrum Gehirn
Man weiß heute, dass es nicht ein einziges Musikzentrum gibt, sondern dass man zum Musikhören viele Gehirnregionen und neuronale Netze (netzartige Nervenzellverbindungen) benötigt.
Physikalisch gesehen ist Musik nichts anderes als eine Ansammlung und Abfolge von Schwingungen oder Schallwellen. Das Entscheidende jedoch ist, dass wir die wunderbare Gabe besitzen, diese Schwingungen in unserem Gehirn in Gedanken, Empfindungen, Emotionen, Erinnerungen und Assoziationen umzusetzen. Das macht Musik zu einem der höchsten Kulturgüter überhaupt.
Das Ohr ist unser empfindlichstes Sinnesorgan: Das Hören von Musik ist ein neurophysiologischer Prozess, an dem verschiedene Hirnareale beteiligt sind: Die Wirkung setzt unmittelbar zu Beginn des Hörens ein und hält bis einige Minuten (ca. 10 min.) nach Ende des Hörens an.
Wenn man eine bestimmte Melodie hört, vergleicht man sie sofort mit bereits Gehörtem. Daran erkennt man, dass das Gedächtnis eine große Rolle spielt. Man kann daher auch mittels Musikhören einiges zum Gedächtnisverbessern beitragen.
Entscheidend für die Wirkung ist die Musikcharakteristik: Die beiden wichtigsten musikalischen Parameter für die Art des Gefühlsausdrucks sind Tempo und Tongeschlecht. Dabei zeigen Forschungsstudien, dass unser Gehirn das Tempo leichter verarbeiten kann als das Tongeschlecht. Das Tongeschlecht Moll und ein langsames Tempo machen traurig. Zusammen mit raschem Tempo führt das Tongeschlecht Moll ein Gefühl von Ärger oder Furcht hervor. Ein schnelles Dur hingegen wirkt fröhlich. Eine in langsamem Tempo gespielte Musik in Dur wird als beruhigend und ausgleichend empfunden.
Von raschen Passagen mit hoher musikalischer Spannung weiß man, dass sie den Herzschlag eher beschleunigen. Hingegen wirkt langsame und sanfte Musik beruhigend.
Musik bewegt den Menschen, vereinfacht dargestellt, auf drei Ebenen, der Ebene des Körpers, der der Gefühle und der des Geistes. In jeder Ebene kann Musik verschiedene Funktionen erfüllen.
Auf der physiologischen Ebene wirkt Musik als Klang. Musik als Klang trainiert die Funktion des Gehörs, löst Reflexe der Muskulatur aus und regt Bewegungsvorgänge an.
Auf der emotionalen Ebene wirkt Musik als Symbol. Musik kann Gefühle aktivieren und Erinnerungen an emotional meist positiv gefärbte Erlebnisse der Vergangenheit wecken.
Schließlich wirkt Musik auch auf der mentalen Ebene. Musik als Struktur trainiert das Gedächtnis und regt kognitive Prozesse (Wahrnehmen, Denken) an, die aus den Beziehungen der Töne das Wechselspiel von Spannung und Entspannung schaffen.
Ausführliche Informationen zum Thema Musik erhalten Sie im SEYROMIS-Buch "Harmonisierende Energie für Körper, Geist und Seele".
