Muskel-Organ-Meridian-Beziehung
Im Laufe der Zeit fand man heraus, dass bei bestimmten Störungen immer die gleichen Muskeln reagierten. Die meisten Muskeln haben eine spezielle Organ-Meridian-Zuordnung. Jeder Meridian hat einen sogenannten Sedierungspunkt, an dem man ihn schwächen kann. Diese Punkte haben sich aus der Akupunkturlehre der Chinesen entwickelt, wie überhaupt viele Phänomene in der Kinesiologie ihre Erklärung auch in der Chinesischen Medizin finden.
Durch Schwächung des Muskels an "seinem" Sedierungs-Punkt wird geprüft, ob der Muskel "normal" reagiert, d.h. schwach wird. So zeigt sich etwa bei einer Lungenentzündung ein schwacher Muskel Deltoideus. Interessant ist, dass sich dieser Muskel durch Reizung des Sedierungspunktes des Lungenmeridians auch schwächen lässt. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf eine Meridian-Muskel-Beziehung.
Durch eine Schwäche eines bestimmten Muskels lassen sich auch noch auf andere Dysbalancen wie Nährstoffmangel oder energetische Störungen schließen.
Durch die Änderung der Kraft eines bestimmten Muskels ist es mit Hilfe der Kinesiologie möglich, Rückschlüsse auf eine Fehlfunktion eines Organs bzw. des dazugehörigen Meridians zu ziehen.
Das Meridiansystem spielt in der Kinesiologie eine große Rolle. Im Idealfall sollte der Energiefluss gleichmäßig alle 12 Stunden die 12 Meridiane durchlaufen. Dabei geht die Lebensenergie Qi alle 2 Stunden in den nächsten Meridian über. Wird der Energiefluss gestört, bedeutet das auch eine Störung der körperlichen Balance. Schlimmstenfalls entwickelt sich daraus eine Erkrankung. Dieser Energiekreislauf kommt sehr schön in der Meridianuhr (siehe Abbildung) zum Ausdruck.
Beispiel für einen gestörten Energiefluss: der Lebermeridian. Üppiges Essen am Abend ist verbunden mit einer starken Belastung der Leber. So ist es nicht verwunderlich, dass man nach einem oppulenten Abendmahl nachts oft um 2.00 Uhr aufwacht. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Leber nach der Meridianuhr in ihrem Energieoptimum. Durch die starke Belastung ist der Energiefluss in der Leber gestört.
Es gibt viele Einflüsse, die den Energiefluss stören können. Eine ganz besondere Bedeutung haben dabei Störungen aus dem psycho-emotionalen Bereich. Permanente Belastungen in diesem Bereich können den Fluß der Lebensenergie erheblich beeinträchtigen. So ist auch erklärbar, warum psychische Belastungen körperlich stark krank machen können.
Die kinesiologische Testung von Muskeln sagt also nicht nur etwas aus über den Zustand der Muskulatur, sondern über den Gesundheitszustand des gesamten Organismus.
Am Beispiel der Emotion Angst kann dieser Zusammenhang anschaulich aufgezeigt werden. Das Gefühl der Angst gehört nach der Lehre der TCM zum Blasenmeridian.
Wenn jemand Angst hat, zieht er gewöhnlich den Kopf und die Schultern ein, die "Angst sitzt ihm im Nacken". Beteiligt ist dabei ein Muskel im Rückenbereich, der sogenannte Rückenstrecker. Dieser wiederum ist dem Blasenmeridian zugeordnet.
