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Yin und Yang

Ein wichtiges Prinzip zur Sicherung des energetischen Gleichgewichtszustandes ist der Grundsatz der Polarität, der unaufhörlich existiert: gegensätzliche psychophysiologische Zustände bzw. Abläufe (z. B. Erregung / Dämpfung, Aktivität / Ruhe) balancieren in allen funktionellen Ebenen des Organismus das empfindliche energetische Gleichgewicht.

Harmonie ist somit optimale energetische Balance zwischen Körper, Geist und Seele.

Im fernöstlichen Weltbild spiegeln Yin und Yang als gegensätzliche Urkräfte des Universums die Polarität der Welt wider, z. B. zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen männlich und weiblich, zwischen warm und kalt, zwischen vorn und hinten und zwischen positiv und negativ.

Wie der Plus- und Minuspol in der Elektrizität sind Yin und Yang aufeinander angewiesen, aber nichts ist ganz und gar Yin oder ganz und gar Yang.

Alles ist mehr oder weniger Yin bzw. mehr oder weniger Yang, alles besitzt somit ein bestimmtes Maß an Yin und Yang, wobei sich der Zustand ständig ändern kann.

Yin und Yang sind keinesfalls als „gut“ oder „schlecht“ im Sinne eines „Entweder-oder“ zu werten, vielmehr gehören sie grundsätzlich als untrennbar positive Kräfte eng zusammen.

Diese Untrennbarkeit drückt sich auch im Yin-Yang-Symbol aus. Es ist als Kreis dargestellt, in dem beide Seiten ineinander verschlungen sind und jeweils einen Teil des anderen in sich enthalten.

Die gegensätzliche Einheit von Yin und Yang kann auch in allen Phänomenen der Natur beobachtet werden, wie im Wechsel der Jahreszeit, in der Abfolge von Tag und Nacht sowie von Geburt und Tod, von Gesundheit und Krankheit als Ausdruck ständigen Wandels.

 

Die Lehre von den fünf Elementen

Das Wandlungsgeschehen nach dem Yin-Yang-Prinzip wird in der chinesischen Heilkunst durch die Lehre von den fünf Elementen vertieft (Fünf-Wechselphasen-Gesetz).

Jedes der fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) hat u. a. die Fähigkeit zu erzeugen und zu zerstören, zu stimulieren und zu hemmen, was letztendlich ebenfalls einen Ausdruck des ewigen Wirkens von Yin und Yang darstellt.

Die fünf Elemente können auch als Sinnbild energetischer Dynamik angesehen werden. Besteht ein dynamisches energetisches Gleichgewicht, realisiert sich der Energiefluss auf normale gesunde Art und Weise.

Auf den menschlichen Organismus übertragen besteht somit Gesundheit im energetischen Gleichgewichtszustand zwischen Yin und Yang.

So wie das Blut, strömt auch die Energie pausenlos durch unseren Körper und ist quasi überall vorhanden.

Der in unserem Sprach- und Denkraum verwendete Energiebegriff lässt sich auf das griechische Wort „energeia“ zurückführen, was soviel wie Kraft, Schwung und Nachdruck bedeutet. Damit lassen sich die Vorstellungen von Energie im allgemeinen und die vielfältigen physikalisch messbaren Energieformen, wie elektrische Energie, Wärmeenergie, Kernenergie u. a. in der westlichen Betrachtungsweise gut erklären bzw. veranschaulichen.

Doch in den östlichen Systemen, speziell in der TCM wird der Energiebegriff komplexer gesehen und ihm eine weitaus feinstofflichere Bedeutung zugeordnet, die sich auch durch die im westlichen Sprachraum üblichen Umschreibungen wie kosmische Energie, spirituelle Energie, lebensspendendes Prinzip u. a. nicht wirklich erfassen lässt.

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